Nacht der Kampfkünste 2013

- 9:39 nachm. - Dezember 1st, 2013


Nacht der Kampfkünste? Wer macht denn sonst noch mit... Karate, Hapkido, Wing-Tsun, Jiu Jitsu, Taekwondo …. na gut, dann zeigen wir den Zuschauern halt mal, dass es auch in Europa zwischen Keule und Panzerfaust handfeste Argumente gab um seiner Meinung den nötigen Nachdruck zu verleihen.

Tja, was präsentieren wir denn, wir haben insgesamt 8 Minuten... Harnischkampf! Der kommt immer gut an! Also Wolfgang und Matthias in Rüstung und mit schönen Halbschwerttechniken. Danach Thomas und Bernhard mit einer fetzigen Freikampfsimulation mit langem Schwert und langem Messer (während der Patrick und ich die beiden Rittersleut aus ihrer Dose pellen) dann noch eine Technikvorführung mit Patrick und mir, die die Techniken langsam vorführen und Wolfgang und Matthias, die sie zeitversetzt in Kampfgeschwindigkeit zeigen.

Gut, Programm steht, ist eh noch massenhaft Zeit. Dachten wir und haben dabei unterschätzt dass das Leben außerhalb auch einen nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand erfordert. Aber wir konnten am Tag vor der Aufführung einmal den kompletten Ablauf zusammen üben und haben auch am selben Tag dem Produzenten unsere neuen Fechtleiberl praktisch aus der Presse gezogen. Just in time halt.

Also am nächsten Tag auf zur Arena Nova in Wiener Neustadt, orientieren, Tische schleppen für die Präsentation von Waffen, Rüstungen, Literatur und Vereinsflyer, die Andreas noch in einer Nachtschicht ausgedruckt hat (ich sag doch – just in time). Dann warten auf die Generalprobe und feststellen es ist saukalt in der Halle. Ärmer als wir waren nur noch die Jungs vom Jagdkommando Wiener Neustadt, die schon seit einer Stunde auf den Dachbalken saßen und auf ihren Einsatz warten.

Aber irgendwann war es Zeit die Ritter in ihre Rüstungen zu kleiden und dabei ist es allen wieder warm geworden. Die Generalprobe haben wir dann souverän hinter uns gebracht und uns auf's Essen gefreut. Zur Auswahl standen Spaghetti mir Tomaten- und Fleischsauce und Fleischlaberl. Bei den Fleischlaberl war keine Schlange, erwartungsgemäß haben sich die historischen Fechter alle für Fleischlaberl entschieden.

Der nächste Programmpunkt hieß wieder … warten. Konnte aber mit netten Gesprächen mit den anderen Kampfsportlern und dem roten Kreuz („wie kriegen wir euch denn aus der Rüstung wenn was ist?“) kurzweilig überbrückt werden. Und endlich wurde auch die Heizung angeschaltet, da die ersten Gäste erwartet wurden (und wieder waren die Jungs vom Jagdkommando die Ärmsten, die saßen jetzt in der Hitze unter'm Dach).

Es ging los, Drachentanz, Begrüßung …. Geiselnahme! Das Jagdkommando greift ein, mit Abseilen vom Dach, Anschleichen, Rauchbomben und Überwältigung der Terroristen – ganz großes Kino! Schön präsentiert, das ist moderne angewandte Kampfkunst!

Dann ging es Schlag auf Schlag weiter mit den verschiedenen Kampfsportgruppen, die durch die Bank sehr gelungene und schön choreografierte Darstellungen boten. Abends konnten wir wenigstens auch ein wenig zuschauen, da wir kurz nach der Pause dran waren und diese zum Anziehen (sehr publikumswirksam) verwenden konnten.

Auftritt! Wolfgang und Matthias haben ihren Part erwartungsgemäß souverän durchgezogen (auf dem Boden nicht auf den Matten, wir wollen das Vereinsbudget ja nicht mit unnötigen Ausgaben für zerstörte Matten belasten) die Freikampfsimulation von Thomas und Bernhard war großartig, zudem sie als Extraeinlage eine spektakuläre (und ungeplante) Entwaffnung hinzufügten (des kannst ned üben, des muss passieren). Auch der größte Knackpunkt unserer Darbietung, im Hintergrund in  2,5 Minuten die Gerüsteten aus ihrem Metall zu schälen und in normale Schutzkleidung zu stecken hat einwandfrei funktioniert. (Wir hätten daraus wirklich einen extra Programmpunkt mit der Hintergrundmusik von Joe Cocker machen sollen...).

Der Technikpart hat bis auf einen kleinen Schnitzer auch reibungslos funktioniert, für Anfänger haben Patrick und ich uns gut gehalten.

Zur Abschlussaufstellung haben die Knappen ihre Ritter wieder angezogen, was den Vorteil hatte, dass die Rüstungen am Körper zum Auto transportiert werden konnte (uns muss man nicht sehen ... uns hört man!). Kleiner Abschluss beim gelben „M“ (sonst klappt man in der Gegend um 23.00 die Bordsteine hoch) und heim zum ausschlafen.

War anstrengend, aber schön. Ich hoffe, wir konnten den Zuschauern einen kleinen Einblick in die europäischen, historischen Kampfkünste geben.